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Pressemitteilungen

Belzheimer Ochsen müssen zuhause bleiben

Strafanzeige wegen Ochsenrennens erstattet
Das Belzheimer Ochsenrennen, das am 23.06.2011 stattfand, hat mehr als ein Nachspiel.

1. Der Freisinger Tierarzt Dr. von Schaubert erstattete bei der Staatsanwaltschaft Augsburg Strafanzeige wegen der Veranstaltung (s. Anlage, Zustimmung zur Veröffentlichung liegt uns vom Verfasser vor).

2. Das für den 31.07.2011 in Merklingen geplante Ochsenrennen, bei dem die Belzheimer Ochsen hätten antreten sollen, musste von der Gemeinde kurzfristig abgesagt werden. Eine Vertreterin von “animal 2ooo – Menschen für Tierrechte Bayern” rief am 20.07.2011 beim Merklinger Bürgermeisteramt an, um eine Demonstration gegen das für den 31.07.2011 geplante Ochsenrennen anzumelden. Ihr wurde jedoch mitgeteilt, dass die Veranstaltung endgültig gekippt wurde.

Grund für die Absage war die – in den Augen der Tierschützer – vorbildliche Haltung des zuständigen baden-württembergischen Veterinäramtes, das – im Gegensatz zu bayerischen Behörden – strikt auf die laut Tierschutzgesetz erforderlichen Genehmigungen bestand (zwei ausführliche Artikel der Lokalredaktionen dazu: www.schwaebische.de, www.swp.de).

Mechthild Mench, stellv. Vorsitzende von animal 2ooo – Menschen für Tierrechte Bayern e.V.: “Wir begrüßen die Absage ausdrücklich. Wir freuen uns außerdem, dass das zuständige Veterinäramt die bestehende Rechtslage konsequent umgesetzt hat und den Ochsen auf diese Weise Stress und Leiden erspart werden. Diese vorbildliche Haltung wünschten wir uns auch von den bayerischen Behörden. Damit wäre ein Tierschutzproblem aus der Welt geschafft.”

Leider konnten sich die Veranstalter des Jubiläumsfestes in Merklingen nicht dazu durchringen, auf Darbietungen mit Tieren zu verzichten. Statt des Ochsenrennens soll nun ein Pferdepulling (Tauziehen von Menschen mit einem Pferd) und ein Kaltblüterrennen stattfinden.

(Pressemitteilung vom 21.07.10)


Protest gegen Ochsenrennen im Landkreis Wesermarsch

Vom 16.-18. Juli 2010 sollen in Rodenkirchen, Landkreis Wesermarsch, erneut Ochsenrennen stattfinden.

Bei den Tierrechtlern von Initiative Anti-Corrida, einer bundesweit tätigen Arbeitsgruppe von animal 2ooo – Menschen für Tierrechte Bayern e.V. , stoßen die Veranstaltungen nicht auf Begeisterung. Sie haben in einem Schreibaufruf Tierfreunde aus ganz Deutschland dazu aufgefordert, sich an das zuständige Veterinäramt des Landkreises Wesermarsch und das für Tierschutz zuständige Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung zu wenden.

„Vielleicht hätte man es den Veranstaltern beim ersten Ochsenrennen im Jahr 2008 mit strengeren Auflagen schwerer machen und sie somit von einer Wiederholung abbringen können?“, schrieb man an das Veterinäramt. Die Behörden wurden dazu aufgefordert, „die Veranstaltung streng und lückenlos zu überwachen und etwaige Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu verfolgen.“

Die Tierrechtler, die seit einigen Jahren Ochsenrennen in Bayern beobachten, sehen in diesen Veranstaltungen eine Verunglimpfung der Tiere.

Würde ein Ochse sich freiwillig einer johlenden Menschenmenge aussetzen und mit anderen Ochsen um die Wette rennen? Wohl kaum, meinen die Tierrechtler.

Nach ihrem Dafürhalten werden die Tiere bei derartigen Veranstaltungen unnötigem Stress und sogar Angst ausgesetzt. Dies kann sich auch in Durchfall äußern, weshalb die Rinder immer wieder abgewischt werden müssen, um dem Publikum überhaupt noch einen appetitlichen Anblick zu bieten.

Das erste Ochsenrennen in Rodenkirchen, das im Jahr 2008 stattfand, konnte die Tierrechtler nicht überzeugen. Zwar war es professioneller organisiert als die bayerischen Veranstaltungen, doch eine Daseinsberechtigung war deswegen nicht automatisch zu erkennen.

Mechthild Mench, Pressesprecherin von Initiative Anti-Corrida und stellv. Vorsitzende von animal 2ooo – Menschen für Tierrechte Bayern e.V.:

„Es ist fraglich, ob diese Art der Unterhaltung bei unserem heutigen Tierschutzverständnis überhaupt noch erwünscht und zu rechtfertigen ist. Kinder lernen davon, dass man ein Tier einfach so für Unterhaltungszwecke heranziehen darf.

Nicht ohne Grund sind Rinder in unseren Breiten nicht offiziell als Reittiere anerkannt. Ihr natürliches Abwehrverhalten und ihre Angst werden instrumentalisiert, um den Gaudi-Faktor beim Publikum in die Höhe zu treiben. Rechtfertigt "Gaudi" das Leiden der Tiere? Unserer Meinung nach nicht.“

(Pressemitteilung vom 01.07.10)


Schwere Kritik am "Ersten großen Ochsenrennen"

Das "Erste große Ochsenrennen" des Reit- und Fahrvereins Illertissen, das am 20.05.07 stattfand, stieß bei der bayrischen Tierschutzorganisation "animal 2ooo - Menschen für Tierrechte Bayern e.V." auf wenig Verständnis. Sie behalten sich rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen sowie das zuständige Veterinäramt vor.

Vertreter der Organisation machten sich vor Ort ein Bild von der Veranstaltung und mussten mit ansehen, wie die Ochsen mit einem Stock schmerzhaft auf die Nase geschlagen wurden, wenn sie vor Startbeginn panische Ausreißversuche machten. Einmal zerbrach sogar ein Stock dabei.

Die Angst der Rinder machte sich auch durch Durchfall bemerkbar, an dem einige der Tiere litten.

Ein kleinerer Ochse, der zum ersten Mal teilnahm, blieb plötzlich wie gelähmt vor Angst stehen. Er zitterte stark und es sah aus, als würde er zusammenbrechen. Er stand offensichtlich unter enormem Stress und hätte nicht zum Rennen zugelassen werden dürfen.

Außerdem kam es zum schmerzhaften Verdrehen des Schwanzes in mindestens einem Fall, wenn die Tiere beim Rennen stehen blieben.

In Bayern besteht seit Sommer 2006 ein Verbot des Bullenreitens, welches nach Einschätzung der Tierrechtler analog auch für Ochsenreiten gilt, auch wenn dieses fälschlicherweise als "Ochsenrennen" deklariert wird. Wie beim vom Rodeo bekannten Bullenreiten wird den Ochsen eine Haltevorrichtung für Reiter umgeschnallt. Die zunehmende Tendenz, bei örtlichen Veranstaltungen in Bayern Ochsenrennen zu veranstalten, betrachten die
Tierrechtler mit Besorgnis.

Rinder sind keine offiziell anerkannten Reittiere. Was in Illertissen stattfand, sollte wohl eine "Gaudi" sein. Eine "Gaudi" ist kein "vernünftiger Grund" im Sinne des Tierschutzgesetzes. Ein Tier sollte nicht für diesen Zweck verhöhnt und missbraucht werden.

Mechthild Mench, stellv. Vorsitzende animal 2ooo - Menschen für Tierrechte Bayern e.V.: "Veranstaltungen wie Ochsenrennen geben gerade Kindern ein ganz schlechtes Beispiel für den Umgang mit Tieren. Sie lernen dadurch, dass es in Ordnung ist, ein Tier wie einen Gegenstand und als bloßes Mittel zum Zweck zu gebrauchen. Derartige Veranstaltungen sind vollkommen inakzeptabel und hätten von einem Reitverein, der als seriös gelten möchte, nicht durchgeführt werden sollen."

(Pressemitteilung vom 21.05.07)


"Wann wird es dahin kommen, dass die öffentliche Meinung keine
Volksbelustigungen mehr duldet, die in Misshandlung von Tieren bestehen?"

- Albert Schweitzer -

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